Der Wald ist nicht nur ein vom Menschen genutzer Wirtschaftraum, sondern in erster Linie auch ein wichtiger Lebensraum. Zur Förderung seltener Tier- und Pflanzenarten gestaltet der Forstbetrieb Thiersteinberg wertvolle Biotope, die zur Biodiversität im Wald beitragen. Im Rahmen des Naturschutzprogramms Wald des Kantons Aargau werden diese Projekte finanziell abgegolten.


 

 

Naturwaldreservate - viel Natur auf grosser Fläche

 

In den zwei Naturwaldreservaten Thiersteinberg-Homberg-Horn (165.6 ha) und Leiberholden-Steindler (23.6 ha) findet keine Bewirtschaftung statt. Der Wald kann sich wieder ohne menschliche Eingriffe entwickeln und die natürlichen Prozesse werden geschützt. Durch Stürme, Käferbefall oder Alterstod entstehen Totholz und wertvolle Waldstrukturen für alle Tiere und Pflanzen. Knapp 9% der Waldfläche wird so von der Nutzung ausgeschieden.

 

 

Altholzinseln - viel Natur auf kleiner Fläche

 

Die 2-6ha grossen Altholzinseln sind kleine Rückzugsorte im Wald für tot- und altholzliebende Tier- und Pflanzenarten. Die nicht bewirtschafteten Flächen erleichtern den Arten die Wanderungen zwischen den Naturwaldreservaten und sind kleine Biodiveristätshotspots mitten im Wirtschaftswald. Insgesamt sind rund 3.3% der Waldfläche als Altholzinsel ausgeschieden.

 

 

Spezialreservate - einzigartige Lebensräume

 

Kleine Felswände im Wald oder lichte Föhren- und Eichenwälder sind wertvolle Standorte für bespielsweise Orchideen oder Reptilien. Die sonnigen und mageren Biotope werden gezielt gepflegt, damit ihre Qualität wieder hergestellt und anschliessend erhalten werden kann. 

 

 

Eichenwaldreservate - ein besonderer Baum im Zentrum

 

Eichen sind nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht sehr wertvoll, sondern auch für die Biodiversität im Wald. In der groben Rinde, dem Kronentotholz oder kleinen Baumhöhlen leben diverse Vögel, Insekten oder Kleinsäuger; Flechten, Pilze und Moose finden auf ihr einen Lebensraum. Das macht die Eiche zur artenreichsten, einheimischen Baumart. In zwei Eichenwaldreservaten werden alte Eichen erhalten und Jungeichenbestände gefördert.

 

 

Waldränder - Landschaftsstrukturen und Verstecke

 

Viele Vögel und Kleinsäuger wie Siebenschläfer oder Wiesel sind auf sichere Verstecke für sich und ihre Jungen angewiesen. In ihrem eigentlichen Lebensraum, der offenen Landschaft, fehlen heute viele dieser Strukturen. Ökologisch aufgewertete Waldränder bieten ihnen einen Lebensraum mit Asthaufen und dornigen Sträuchern. Die Beeren sind zudem wichtige Nahrungsquellen.

 

 

Waldweiher - für fröhliche Froschkonzerte

 

Amphibien sind nicht nur auf Wasserlebensräume zum Laichen angewiesen, sondern auch auf Landlebensräume, wo sie überwintern. An neuen Weiherstandorten sollte darum immer genügend Totholz in der Umgebung vorhanden sein. Die Tümpel selber sind eher klein und an sonnigen Lagen, ideale Bedingungen für Geburtshelferkröte, Grasfrosch und Co.